Roleplay-Storys entwerfen

Genauso wichtig für das Roleplay von Die Reiche Erethons wie die von den Storywritern erdachte Story Erethons sind die Stränge, die Spieler einbringen. In diesem Artikel sind einige Tipps aufgelistet, um die Roleplay-Geschichte der eigenen Fraktion qualitativ gut und ohne Widersprüche mit der Hauptstory aufzubauen.

1. Es gibt keine alten Reiche

Saragandes ist ein neu entdeckter Kontinent. Alle Reiche sind also komplett neu. Alte Traditionen können also nur in der Nachfolge untergegangener Reiche wie z.B. Arachnida oder den Stammesherzogtümern gebildet werden.

2. Kulturen

Die Kulturen sollten beachtet werden. Die Siedler der Reiche in Saragandes müssen irgendwoher kommen. Theanor und der Rest von Cuthalorn stellen das Gros der Siedler, aber auch alle anderen Herkunftsorte sind genauso denkbar. Was schwer möglich ist, sind Kulturen, die nicht zu den siedelnden Rassen passen.

3. DRE spielt im Mittelalter

...und orientiert sich an den Verhältnissen zwischen der Zeit Karls des Großen und der Luxemburger. Auch, wenn diese Einordnung extrem lose ist - DRE ist schließlich ein Fantasieuniversum - machen "Heeresleitungen", Absolutismus und andere Konzepte des 18. und 19. Jahrhunderts überhaupt keinen Sinn.

4. Es gibt keinen Kaiser

Das schließt auch ein, dass es keinen Kaiser in Saragandes geben kann. Dieser Rang kann ingame unter bestimmten Voraussetzungen erworben werden, aber nicht unabhängig davon im Roleplay beansprucht werden. Der mittelalterliche Begriff des Kaisertitels ist sowohl von dem inflationären Gebrauch seit der napoleonischen Zeit (Österreich, Frankreich, Deutsches Reich) als auch von mit "Kaiser" übersetzten Titeln (Japan, China) abzugrenzen. So hat er auch auf Erethon eine außerordentliche religiöse Bedeutung und erhebt den Träger des Titels zum Schützer aller Theaniten.

5. Man kann nur, was ingame geht

Charaktere können nicht mächtiger, fähiger oder geschickter sein, als sie ingame wirklich sein können.

6. Der Adel

Als Herrscher sind Adelige aus allen Reichen, aber auch "Senkrechtstarter" und Kaufmänner - gerade im Fall von Republiken! - denkbar. Sie können Verwandtschaftsverhältnisse mit den regierenden Häusern Erethons haben.

Häufige Fehler

Diese Liste zeigt ein paar Beispiele von unpassenden Storyelementen und Missverständnissen im Bezug auf das Mittelalter, die trotzdem häufig falsch aufgegriffen werden:

Fehler Korrektur
Unpassende Charakternamen Siehe hier
Templerreiche mit falscher Kultur Der Templerorden ist im Templerreich beheimatet. Dort leben nur Menschen, deren Kultur auf der galloromanischen basiert.
Römer, Wikinger, Preußen, ... Die Reiche Erethons haben häufig reale Vorbilder und ihre Kulturen orientieren sich fast immer an realen. Trotzdem passt ungefilterte Geschichte nicht zu DRE, besonders, wenn es kein Reich auf Erethon gibt, das ihre Kultur als Vorbild nutzt.
Zeitlinie Da Saragandes erst seit wenigen Roleplay-Monaten kolonisiert wird, können Geschichten, die dort stattfinden, nicht ohne Weiteres auf länger zurückliegende Ereignisse zurückgreifen.
Staaten Der Begriff "Staat" im Kontext mittelalterlicher Reiche ist irreführend. Im Roleplay auf DRE gibt es wie in der mittelalterlichen Realität bis auf wenige Ausnahmen keinen Unterschied zwischen Staat und Herrscher.
Gesetzgebung Das Erlassen von Gesetzen gehört im Mittelalter nicht wie selbstverständlich zu den Kompetenzen eines Herrschers. In Erethon gelten fast überall nur faktische Rechtsgewohnheiten, die manchmal in Rechtsbüchern zusammengefasst wurden. Es gilt: Das angewandte Recht macht das Rechtsbuch - das Rechtsbuch macht nicht das angewandte Recht.
Nationalismus Gehört nicht in das Mittelalter. Zusammengehörigkeitsgefühle über die Grenzen des eigenen Dorfs hinaus sind beim Volk selten.
Verhältnis von Adeligen und Bürgern Adelige legen meistens großen Wert auf ihren Stand und würden nichts tun, was für gewöhnlich nicht zu ihrem Stand passt (z.B. ein Handwerk ausführen). Grundsätzlich stehen nur adeligen Männern höhere Ämter offen, aber ungewöhnliche Aufstiege sind denkbar.
Eroberungsfeldzüge Die Zeit der großen Eroberungsfeldzüge ist im Spätmittelalter vorbei und auch in Erethon und Saragandes neigt sie sich ihrem Ende. Auch militärisch überlegene Länder sind kaum dazu in der Lage, größere Erwerbungen zu halten.
Absolutismus Ein Herrscher kann seine Interessen nicht gegen die Geistlichen und den Adel seines Landes durchsetzen. In Erethon ist ausschließlich Konsensherrschaft erfolgversprechend.