Germania

Germanische Flagge

Das Königreich Germania (auch: Germanien oder Germanenreich) ist eines der Reiche Erethons im Eisenbund und gilt spätestens seit der Eroberung Theanors als Supermacht. Die herrschende Dynastie der Germanen ist seit jeher das Haus Eisenherz. Der aktuelle König ist Friedrich III.

Ausdehnung und Verwaltungsgliederung

Germanische Verwaltungsgliederung

Germania zeichnet sich durch einen starken Feudalismus aus. Germania hat de jure keine Hauptstadt - stattdessen zieht der König von Pfalz zu Pfalz und setzt Pfalzgrafen ein, um die Ländereien im Umkreis einer Pfalz während seiner Abwesenheit zu verwalten und seine Anweisungen um- und durchzusetzen. Die Pfalzgrafschaften lassen sich jedoch nicht mit den Fürstentümern des Azurischen Reichs vergleichen: Zunächst verfügen sie über keine gesetzgeberische Kompetenz; diese liegt beim König und im Bezug auf lokale Angelegenheiten bei Freiherren und Grafen. Ferner haben Pfalzgrafen kein Recht, Steuern zu erheben. Sie beziehen ein Gehalt vom König und leiten Steuern aus den Reihen des niederen Adels an den König weiter. Nichtsdestotrotz ist der gesellschaftliche Stand der Pfalzgrafen sehr hoch, vor allem, da sie die Hohe Gerichtsbarkeit ausüben und in dieser Funktion sogar den König verurteilen dürfen.

Teutonia

Das Herzogtum Teutonia ist Ausgangspunkt der Expansion der Germanen und gilt neben den Ländern der Aurischen Krone als Herkunft des menschlich-germanischen Herrschervolkes. Aus diesem Grund hat es einen hervorgehobenen Stand gegenüber den Pfalzgrafschaften, der seit dem Ausbau Hallgards zu einer großen Stadt noch ausgeweitet wurde. Teutonia hat keinen Pfalzgrafen. Stattdessen wird es in Abwesenheit des Königs vom Kronprinzen oder der Königin regiert; wenn beide abwesend sind oder ihre Position vakant ist, regiert der Erzbischof von Hallgard.

Engeria

Entstanden aus der cuthalornischen Mark Hvragur aber ethnisch, religiös und kulturell den Germanen näherstehend, war die Integration Engerias nicht schwierig. Engeria wurde während des Ersten Germanenfeldzugs bis spätestens 537 erobert und war so der Lohn des ersten Sieges über die Tiergeistreiche. Wird der König angeklagt, so fungiert der Pfalzgraf von Engeria als sein Richter.

Löwenberg

Löwenberg war zwar arachnidisches Kernland, geographisch aber durch das Löwengebirge davon getrennt. Bereits in der ersten Welle des Germanenfelgzugs war von der germanisch-aurischen Allianz vereinbart worden, dass das Land nördlich des Gebirges germanisch werden sollte - in den Friedensverhandlungen konnten diese Pläne jedoch nicht durchgesetzt werden. Da Aurum damals dennoch seine Ansprüche auf ganz Sequentia hatte durchsetzen können, war bei der erneuten Besetzung im Jahr 573 die zukünftige Zugehörigkeit Löwenbergs zwischen Aurum und Germania kein Streitthema mehr. De jure wurde die Bestätigung der Abtretung des Gebiets an Germania im Friedensvertrag von 603 durchgesetzt.

Mittlerweile leben in Löwenberg fast keine tiergeistlichen Zwerge mehr und es gibt eine menschliche Bevölkerungsmehrheit. Dies wurde auch durch Einwanderer aus Aurum ermöglicht, weswegen sich aurische Einflüsse in der neuen löwenberger Kultur finden lassen.

Helvetia

Deutlich zäher gestaltete sich die Eroberung Helvetias. Über 20 wechselhafte Jahre von germanischen Angriffen wurden von der zwergischen Bevölkerung abgewehrt, bis das Eingreifen der Templer und der Venetianer ab 598 das Verteidigen von drei Fronten gleichzeitig unmöglich machten. Helvetia gilt nach wie vor als gefährdet, einerseits wegen Grenzkonflikten mit Veneta und den Templern, andererseits wegen der teilweise aufbegehrenden Zwergenbevölkerung. Aus diesem Grund bekam der Pfalzgraf von Helvetia 607 weitreichende militärische Vollmachten sowie das Recht, ein stehendes Heer von 5000 Mann aufzubauen und es durch besondere Steuererhebungen selbstständig zu finanzieren. Mit diesen Privilegien ging die Erhebung zur Markgrafschaft einher. Helvetia ist durch den zwergischen Bergbau und die Schmiedekunst sehr wohlhabend. Während die Elite menschlich-germanisch oder menschlich-arachnidisch geprägt ist, wird die Mittel- und Unterschicht auch hundert Jahre nach der Eroberung noch von Zwergen gebildet. Das liegt vor allem daran, dass es keine ähnlich fachkundigen menschlichen Gold- und Waffenschmiede gibt. Um die Zwerge zum Bleiben zu bewegen, bekamen sie auf königlichen Erlass auch weitreichende Zugeständnisse im Bezug auf die Ausübung ihrer Religion.

Ostria

Wie Helvetia wurde auch Ostria von der Allianz des Zweiten Germanenfeldzugs erobert. Während in der Regel jeder Eroberer-Fraktion im anschließenden Friedensvertrag in etwa das Land zugesprochen wurde, das sie selbst eingenommen hatte, stellt Ostria eine Ausnahme dar. 601 war der Großteil Ostrias von venetianischen Condottieri azurischer Herkunft besetzt worden, doch Germania und Aurum fürchteten die Entstehung einer neuen, tiergeistlichen Großmacht, die ihnen bei möglichen Konlfikten mit Cuthalorn in den Rücken fallen konnte. Darüber hinaus verlangten die Germanen einen eigenen Zugang zur Ostküste. Noch vor Ende der Friedensverhandlungen fielen germanische Soldaten in Ostria ein, um vollende Tatsachen zu schaffen. Diese militärische Maßnahme gegen einen Verbündeten, dessen Soldaten sogar selbst klassische Theaniten waren, bekräftigte den schlechten Ruf der Germanen als unzivilisierte, rohe Barbaren, während sie zuvor zumindest von Glaubensbrüdern als klassisch-theanitische Hoffnungsträger angesehen wurden, die das zur Expansion schon lange unfähige Azurische Reich gegen Cuthalorn hätten absichern können.

Theanor

Hauptartikel: Theanor

Theanor war im Kaiserreich Erethon und später im Königreich Cuthalorn mehr als nur die Hauptstadt einer Supermacht, in der sich ihr Ruhm widerspiegelt: Viel mehr war Theanor der Grund, wieso beide Reiche sich als Supermacht bezeichnen konnten. Bereits im frühen fünften Jahrhundert lebten 500.000 Einwohner in Theanor, was mehr als einem Drittel der Gesamtbevölkerung des Kontinents entsprach. Während der cuthalornischen Zeit wuchs die Stadt zunächst weiter und erreichte Mitte des sechsten Jahrhunderts mit etwa 620.000 Menschen, Eismenschen, Elfen, Zwerge, Orks, Aquanten und Tavi ihre höchste absolute Bevölkerungszahl. Kriege Cuthalorns zur Unterstützung Arachnidas, Feuermachts und Ekoiknons zerrten später an den Kräften der Metropole, weswegen Theanor bis Mitte des siebten Jahrhunderts ein Viertel der Bevölkerung verlor. Diese Verluste stellten sich zu Beginn der germanischen Belagerung im Jahr 699 jedoch mitnichten als Hindernis heraus. Im Gegenteil, die freigewordenen Flächen innerhalb der Stadtmauer wurden zu Nahrungsquellen und machten Theanor für vier Jahre zu einer in sich geschlossenen, aber funktionierenden Welt. Nachdem König Friedrich III. klar wurde, dass er Theanor nicht aushungern konnte, stellte sich der Beschuss durch Belagerungsgeräte für lange Zeit als völlig nutzlos heraus. Erst ein schlecht versiegeltes Nebentor führte zur Infiltration der Stadt und somit zu einem teuer bezahlten Sieg.

Da über 100.000 Einwohner Theanors vor allem nach Saragandes flohen, ist die Stadt mit nur noch 350.000 illoyalen Einwohnern -Tendenz sinkend - und zahlreichen Schäden für Germania noch nicht wert, was sie für Erethon und Cuthalorn wert war, aber nach wie vor eine unbestrittene Metropole. Die Freistadt Theanor wird momentan von König Friedrich III. direkt regiert und ist seine aktuelle Residenz.

Frankonia

Als Burggrafschaft Frankonia wird das Umland der Freistadt Theanor bezeichnet. Der Burggraf hat keine Macht über Theanor selbst. Im Gegenteil ist es seine Pflicht, die Bauern rund um Theanor zu regieren und einen Großteil der Versorgung der Stadt sicherzustellen. Theanor und Frankonia sind ein gemeinsamer Gerichtskreis, weswegen dem Burggrafen die Hohe Gerichtsbarkeit, wie sie andere Pfalzgrafen ausüben, verwehrt ist. Der Burggraf unterscheidet sich somit in seiner Funktion maßgeblich von den anderen niederadeligen Burggrafen und den hochadeligen Pfalzgrafen.

Da alle Einwohner des Umlandes Theanors zu Beginn der Belagerung von 699 in die Stadt geflohen waren, wurde begonnen, es mit germanischen Menschen zu repeuplieren.

Farmlande

Schon zu Zeiten Cuthalorns waren die Freien Farmlande ein Gebiet, in denen zahlreiche Bauern mit Grundeigentum lebten, die keinem Lehnsherren außer dem König selbst unterstanden. Um beim Versuch, Theanor auszuhungern nicht selbst Versorgungsprobleme zu bekommen, bestätigte Friedrich III. 700 die Rechte der Bauern, deren Land er zuvor weitestgehend ohne Blutvergießen eingenommen hatte. Die Farmländer sind zumeist menschliche Tiergeist-Theaniten, die die cuthalornische Sprache sprechen.

Borussia

Die eigentliche Freigrafschaft umfasst die gesamten Farmlande und all ihre Freigerichte, doch im Süden an der Grenze zum frühzeitlichen Herzogtum Borussia gelang es dem den Freigrafen stellenden Haus Drakos (eine Nebenlinie des Hauses Fendrór) durch Erbschaften, Ankäufe, Pacht und Pfändung ein nahezu zusammenhängendes Territorium aufzubauen. Die Rechte und die Herrschaft des Freigrafen wurden mitsamt dem der Farmlande vom König bestätigt, was dem cuthalornisch-tiergeistlichen Haus in Germania zumindest auf dem borussischen Gebiet eine Stellung verleiht, die einem Pfalzgrafen ähnlich ist.

Klippenlande

Die Klippenlande sind fast unbevölkert und haben deswegen keine herrschende Adelsschicht. Sie sind im Besitz des Königs selbst, der so auch die Einnahmen der Eisenminen mit niemandem teilen muss.