Croixy
Member

16 Beiträge
35 Danksagungen

IGN: Croixy
Von Croixy » vor 4 Monaten
Dieser Leitfaden soll all jenen als Hilfestellung dienen, die sich zuvor noch nicht mit Rollenspiel befasst haben und als Gedankenstütze für erfahrenere Rollenspieler fungieren.
Verbesserungsvorschläge, Ergänzungen und Anregungen sind erwünscht!


Was ist Rollenspiel (Abkürzung: RP)?

Rollenspiel bedeutet, - wer hätte es erwartet - eine Rolle zu spielen; sich in den Körper einer anderen Person zu versetzen und dementsprechend zu handeln.
Wir unterscheiden im Rollenspiel zwischen zwei Begriffen: IC und OOC.

IC steht für In Character. Wenn jemand In Character ist, bedeutet das, dass diese Person gerade ihren Rollenspiel-Charakter verkörpert. Es handelt sich also im Moment nicht mehr um Julian Schmidt aus Frankfurt (unsere Beispielsperson hinter dem Bildschirm), sondern um Diarmuid Quinn aus Azuria (ein möglicher RP-Charakter). Diarmuid benutzt keine neumodischen Begriffe/Internetsprache wie "LOL" oder "LMAO", spricht nicht über seine Lieblingsfernsehserie die heute mal nicht ausgestrahlt wird, und springt nicht wild durch die Gegend während er mit Tränken um sich wirft. Stattdessen handelt es sich bei Diarmuid um einen Bauern, der sich Sorgen darüber machen muss, seine Familie im Winter ernähren zu können. Außerdem liebt er Äpfel über alles (unabhängig von der Tatsache, dass Julian Schmidt Äpfel hasst).

OOC steht für Out of Character. Das bedeutet ganz einfach, im Moment kein Rollenspiel zu betreiben. Julian darf jetzt Julian oder _xX_DEsTroYaR666_Xx_ (sein graziöser Minecraftname) genannt werden und kann sich über das RL (Real Life) unterhalten. Auch wenn IC und OOC eine strike Trennung voneinander bedeuten, können in Ausnahmefällen OOC-Kommentare gemacht werden, die hilfreich für das Rollenspiel sind.


Der erste Schritt: Wie erstelle ich einen Rollenspiel-Charakter (Abkürzung: RP-Char)?

Bevor wir überhaupt mit dem Rollenspiel beginnen können, benötigen wir einen Rollenspiel-Charakter. Die Person zu der wir während des Rollenspiels werden und die ganz eigene Weltanschauungen, Vorlieben und Gefühle hat:

-- Hierfür wird es einen eigenen Thread geben, der an dieser Stelle verlinkt sein wird (Work in Progress) --


Rollenspiel: Wie geht das überhaupt?

Rollenspiel findet hier auf dem Server nur über Textform statt. Dadurch, dass wir nicht "LARPen" (Live Action Role Play), verlieren wir Intonation des Sprechers, Gestik, Mimik und generell fast alles was mit unseren fünf Sinnen zu tun hat. Glücklicherweise können wir uns der zwei Hauptelemente des Online-Rollenspiels bedienen: dem Sprechen (das, was wir IC sagen, bzw. schreiben) und dem Emote (das, was wir IC tun).

> Sprechen im Rollenspiel:

Wie bereits angedeutet, benutzen unsere Rollenspiel-Charaktere nicht die selbe Sprache, die wir im Alltag benutzen. Das Rollenspiel auf dem Server siedelt sich zu einer mitteralterlichen Zeit an (wobei das Server-Rollenspiel jedoch nichts mit den Geschehnissen des echten Mittelalters zutun hat), das heißt es muss auch eine der Zeit entsprechenden Sprache verwendet werden.
Man muss sich nicht sonderlich viel mit dem Mittelalter an sich, oder Texte aus der Zeit, beschäftigen um eine einigermaßen angemessene Sprache im Rollenspiel verwenden zu können.
Anhand von zwei Beispielen werde ich dies demonstrieren:

Beispiel 1) Begrüßung und Verabschiedung:

Falsch: "Hi!", "Heyo!", "Moin!", "Hiho!"
Richtig: "Seid gegrüßt!", "Ich grüße euch!", "Guten Morgen/Mittag/Abend, der Herr/die Dame"

Falsch: "Cya!", "Bye!", "Tschüssi!"
Richtig: "Lebt wohl", "Gehabt euch wohl", "Ich verabschiede mich nun, es war mir eine Freude eure Bekanntschaft gemacht zu haben"

Beispiel 2) Einfache Fragen:

Falsch: "Wie heißt du?"
Richtig: "Wie ist euer Name?", "Dürfte ich euren Namen erfahren?", "Möchtet Ihr mir euren Namen nennen?"

Falsch: "Was machst du da?"
Richtig: "Was macht Ihr da?", "Was denkt Ihr, was Ihr da tut?!"

Falsch: "Wohin gehst du?"
Richtig: "Wohin geht Ihr?", "Wohin führt euch die Reise?"

Das "du" durch "Ihr", und "deine/n" durch "eure/n" zu ersetzen, bewirkt oft schon Wunder.
Mir ist aufgefallen, dass die meisten Leute bereits eine ungefähre Vorstellung davon haben, wie man etwas "altertümlicher" spricht. Nutzt diese Vorstellung!

> Emotes im Rollenspiel:

Um darzustellen, was unsere Rollenspiel-Charaktere tun, benutzen wir Emotes. Dadurch können wir die Dinge tun, die uns Minecraft normalerweise nicht erlauben würde: jemanden zuwinken, einen Becher heben, Dehnübungen machen, die Stirn runzeln, et cetera.
Hierzu schreiben wir alles was unser RP-Char tut zwischen zwei Stern-Zeichen (*...*).

Beispiel: *fährt mit seiner rechten Hand durch sein Haar*, *hebt seinen Becher vom Tisch und trinkt einen großen Schluck*, *tritt gegen die Tür*

Emotes sind das mächtigste Mittel, das sich uns zur Immersion anbietet. Durch sie wird die Welt um unsere Charaktere lebendig, also scheut euch nicht davor elaboriertere Emotes zu schreiben, um den anderen Rollenspielern zu zeigen was euer Charakter tut, oder wie der Gegenstand den euer Charakter gerade jemand anderem gegeben hat aussieht oder riecht (Beispiel: *holt ein großes, gelbes Käserad aus seinem Rucksack hervor, welches einen penetranten Geruch im Raum verbreitet, und reicht es seinem Gegenüber*).

Dabei ist zu beachten, dass Emotes wie: *haha* und *lol* niemals benutzt werden sollten und stattdessen durch *fängt an zu lachen*, *kichert leise*, oder Ähnliches ausgetauscht werden. Des Weiteren werden unter keinen Umständen Smileys benutzt! Weder innerhalb der Emote-Sterne ( *:)* ) noch außerhalb davon ( "... :D"). Stattdessen wird das beschrieben, was ihr mit einem Smiley umschreiben würdet: ein Lächeln. --> *lächelt*, *grinst breit* und jegliche Synonyme.
Zu guter Letzt möchte ich anmerken, dass Emotes wie *denkt an Schmetterlinge* nur wenig Sinn ergeben, da dies nichts ist, was andere Charaktere sehen, riechen, fühlen, hören, schmecken oder überhaupt wissen könnten.

> Sprechen und Emotes vereint:

Emotes können alleinstehend genutzt werden (Beispiel: *beugt sich nach unten um eine Blume zu pflücken*) oder in Kombination mit dem Gesagten (Beispiel: "*gähnt* Wann sind wir endlich da?").  Um nicht mehrere Nachrichten hintereinander zu schreiben, wird beides immer dann verbunden, wenn es miteinander verbunden werden kann.

Beispiel:

"Falsch": Nachricht 1: *lacht*, Nachricht 2: "Wie amüsant!"
"Richtig": Nachricht 1: *lacht* Wie amüsant!

Falsch und Richtig stehen hierbei in Anführungszeichen, da Beides vollkommen legitim ist, wobei die "richtige" Version schlichtweg besser zur Immersion beiträgt und den Chat nicht unnötig vollspamt.


Was sollte beim Rollenspiel vermieden werden?

Eine paar Dinge sollten beim Rollenspiel tunlichst vermieden werden, um Fairness und den Spaß der Mitspieler zu bewahren.

> Metagaming:

Metagaming bedeutet, Wissen welches OOC erlangt wurde, IC zu nutzen. Beispiel: Ich weiß dass der Spieler Y des Rollenspiel-Charakters X (ein Räuber) plant, den Rollenspiel-Charakter Z (eine holde Magd) am Freitag um 20 Uhr auszurauben, da Spieler Y dies im Forum angekündigt hat. Mein eigener Rollenspiel-Charakter hat jedoch gar keine Ahnung davon, denn mein Charakter lebt nicht in unserer Welt und liest ganz sicher nicht dieses Forum. Wenn ich jetzt jedoch (IC), am Freitag um 20 Uhr, den RP-Char X hinterherrenne und darauf bestehe, dass er ein Räuber ist und eingekerkert werden muss; oder wenn ich mir denke, dass ich (IC) am Freitag um 20 Uhr unbedingt zu RP-Char Z gehen muss, um diese zu beschützen; dann nutze ich Wissen welches ich alleine OOC erlangt habe und IC überhaupt nicht wissen kann. Metagaming sollte immer vermieden werden, da dadurch der Spaß von allen Beteiligten nur gemindert wird.

> Godmodding/-emoting:

God-emoting bedeutet, den eigenen Rollenspiel-Charakter unverwundbar und allmächtig zu machen.
Beispiele: *Olaf tötet Hans*, *Hans' Schwerthiebe können Olaf nichts antun und Olaf lacht ihn verspottend aus*

Im Rollenspiel muss jede Interaktion mit einem anderen Spieler ein Versuch sein. Man darf nicht selbst darüber entscheiden, was dem RP-Char eines anderen Spielers zustößt.
Richtig wäre folgendes: *schwingt sein Schwert in die Richtung von Hans' Kopf*. Der Spieler von Hans kann nun selbst entscheiden, wie es mit seinem RP-Char weitergeht. Sollte Hans bereits extrem geschwächt von dem Kampf mit Olaf sein, könnte Hans' Spieler beispielsweise schreiben: *versucht vergeblich dem Schwerthieb auszuweichen und fällt regungslos zu Boden nachdem sich das Schwert in seinen Hals gerammt hat*. Er könnte jedoch auch folgendes schreiben: *pariert das Schwert mit letzter Kraft mit seiner eigenen Klinge, stürzt dabei jedoch ungeschickt zu Boden*, oder Dergleichen. Rollenspiel ist immer ein Geben und Nehmen, nicht nur Nehmen.

> Griefing:

RP-Griefing bedeutet, das Rollenspiel von anderen Spielern auf irgendeine Art und Weise zu behindern, darin einzugreifen oder andere Leute nebenbei mit OOC-Kommentaren zu nerven. Dies zu vermeiden ist eigentlich ziemlich simpel: don't! Das Rollenspiel auf dem Server ist sehr stark eventbasiert und RP-Events zu stören wird von niemanden gern gesehen und vom Team bestraft.

> OOC-Kommentare:

OOC-Kommentare während des Rollenspiels sollten so gut es geht vermieden werden. Sollte jedoch die Dringlichkeit aufkommen, etwas während eines RP-Events nachzufragen, kann dies mit Doppelklammern: ((OOC-Text hier einfügen)) getan werden. Äußerungen wie (( Haha xD )) als Reaktion auf IC-Begebenheiten sollten jedoch wirklich zurückgehalten werden, da so die Immersion schnell gestört werden kann.


Randnote: Was sind Emote-Kämpfe?

Es ist möglich PvP (Player versus Player) und RP miteinander zu verbinden, jedoch ist dies oft nicht passend, da mein "6-jähriges-Mädchen"-RP-Char mit einer verzauberten Waffe problemlos dem "Kriegsveteran"-RP-Char von einem anderen Spieler, der zufälligerweise unbewaffnet ist, den Garaus machen könnte.

Stattdessen können wir für den Kampf im Rollenspiel Emotes benutzen (siehe > Godmodding/-emoting).
Hierbei beschreibt Spieler X wie er (bzw. sein RP-Char) versucht, Spieler Y (bzw. dessen RP-Char) anzugreifen.
--> *versucht seine Faust in Y's Gesicht zu vergraben*
Spieler Y beschreibt daraufhin, wie er reagiert und geht dann selbst zum Angriff über (vorausgesetzt er will sich wehren).
--> *duckt sich rechtzeitig unter dem Schlag hinweg und versucht X in den Bauch zu schlagen*
Spieler X reagiert wiederum auf diesen Angriff.
--> *wird in den Bauch getroffen und taumelt einige Schritte zurück bevor er sein Schwert zieht und damit schwungbereit auf Y zurennt*
Wie wir sehen hat Spieler X zugelassen, dass Spieler Y ihn mit seinem Angriff trifft. Hier kommt wieder das Geben und Nehmen ins Spiel. Würden Spieler X und Y sich beide niemals treffen lassen, würden beide God-emoten und der Kampf würde niemals enden (und das würde definitiv schnell langweilig werden).

Es ist wichtig die Grenzen seines eigenen RP-Chars zu kennen, aber auch die des Gegenübers. Wenn mein "6-jähriges-Mädchen"-RP-Char den Kriegsveteranen mit ihrem Brotmesser angreifen will, dann sollte es auch kein Problem sein wenn der Spieler des Kriegsveteranen soetwas wie: *weicht dem Brotmesser mit Leichtigkeit durch einen Schritt zur Seite aus* schreibt. Sollte der Kriegsveteran jedoch auf die Idee kommen, das kleine Mädchen zu treten, dann sollte ich mich darauf gefasst machen, dass mein RP-Char nicht wirklich gute Chancen hat nicht erwischt zu werden (oder überhaupt ansatzweise irgendeinen Kampf zu gewinnen).







phoenixhunter200
Member

155 Beiträge
184 Danksagungen

IGN: phoenixhunter200
Von phoenixhunter200 » vor 4 Monaten
Gefällt mir sehr, sollte unbedingt für Neulinge direkt verlinkt werden xD!

Den Punkt mit dem Metagaming finde ich immer schwierig, inwieweit man Wissen mit ins RP einbezieht, weil man das häufig selbst nicht unterscheiden kann, was mein RP-Char weiß und was nicht. Dafür gibt es aber eine leichte Umgehung, man kann in so einem Fall wie du beschrieben hast immer einfach einen beiläufigen unwichtigen Neben-RP-charakter erstellen und ihn einfach für den Freitag abend um 20 Uhr nutzen. Aber im Prinzip hast du Recht wenn du sagst, dass man es grundsätzlich vermeiden sollte.





Wer mit 20 kein Kommunist ist, der hat kein Herz, doch wer mit 40 noch Kommunist ist, hat keinen Verstand. ~Georges Clemenceau


Sataniel
Admin

388 Beiträge
610 Danksagungen

IGN: Sataniel
Von Sataniel » vor 4 Monaten


*ins offizielle Geschichten-Forum verschieb*





"Mein Gott, als wenn ich nicht durch meinen Mann nur allzu gut damit bekannt wäre!"
-Königin Sophie Charlotte von Preußen (1668-1705) auf die philosophische Frage, ob es das unendlich Kleine geben kann